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Was 79 n. Chr. in Pompeji geschah

Kurz gesagt: 79 n. Chr. brach der Vesuv etwa einen Tag lang aus. Zuerst regnete stundenlang Bimsstein auf Pompeji und brachte Dächer zum Einsturz; früh am nächsten Morgen fegten Lawinen aus heißem Gas und Asche durch die Straßen und töteten alle, die noch dort waren. Fast 1.700 Jahre lag die Stadt unter mehreren Metern vulkanischem Material.

Davor: eine Stadt im Wiederaufbau

Pompeji war eine wohlhabende Stadt mit vielleicht zehn- bis zwölftausend Einwohnern am Golf von Neapel. Dass der Vesuv ein Vulkan war, wusste niemand: Er war ein grüner Berg voller Weinberge. 62 oder 63 n. Chr. beschädigte ein starkes Erdbeben die Stadt, und als siebzehn Jahre später der Ausbruch kam, waren viele Gebäude noch in Reparatur – unfertige Arbeiten sieht man in mehreren Häusern und am Forum.

Tag eins: der Bimssteinregen

Gegen Mittag riss der Berg auf. Plinius der Jüngere, der von Misenum aus über den Golf schaute, verglich die Wolke mit einer Pinie: ein hoher Stamm, der sich oben ausbreitet. Der Wind trieb sie nach Südosten, direkt über Pompeji.

Den Rest des Tages und die ganze Nacht fiel heller Bimsstein auf die Stadt. Er tötete nicht sofort, türmte sich aber auf weit über einen Meter, das Gewicht ließ Dächer einstürzen, der Himmel wurde schwarz. Viele flohen in diesen Stunden – deshalb wurden weit weniger Tote gefunden, als es Einwohner gab. Es blieben die, die sich in Häusern verschanzten oder zu spät aufbrachen.

Tag zwei: die pyroklastischen Ströme

In der Nacht begann die Eruptionssäule zu kollabieren. Ihr Material stürzte als pyroklastische Ströme die Hänge hinab: schnelle, bodennahe Lawinen aus Gas, Asche und Gestein mit mehreren hundert Grad. Herculaneum, näher am Vulkan, wurde zuerst getroffen, nach Mitternacht. Pompeji erreichten sie früh am Morgen. Wer noch in der Stadt war – in Häusern, auf Straßen, an den Toren –, starb binnen Minuten, vor allem an der Hitze und am Einatmen der Asche.

Weitere Ströme und Aschefälle folgten, am Ende lag die Stadt unter mehreren Metern Ablagerungen. Nur die Kronen der höchsten Mauern ragten heraus.

Was Plinius sah

Fast alles, was wir von einem Augenzeugen wissen, stammt aus zwei Briefen, die Plinius der Jüngere etwa 25 Jahre später an den Historiker Tacitus schrieb. Sein Onkel, Plinius der Ältere, befehligte die römische Flotte in Misenum; er segelte über den Golf, um Freunde zu retten, landete in Stabiae und starb dort am Strand. Der damals 17-jährige Neffe blieb zurück und beschrieb die Dunkelheit, die Erdstöße und die Menschen, die aus Misenum flohen.

August oder Oktober?

Das traditionelle Datum, der 24. August, stammt aus den Handschriften des Plinius-Briefs, der oft abgeschrieben wurde. Archäologen fielen schon lange herbstliche Hinweise auf: Granatäpfel und anderes spätes Obst, benutzte Kohlebecken, wärmere Kleidung bei einigen Opfern. 2018 fand man in einem Haus in der Regio V eine Kohleinschrift mit einem Datum, das dem 17. Oktober entspricht – offenbar kurz vor dem Ausbruch geschrieben. Viele Forscher neigen heute zum Herbst, oft zum 24. Oktober, doch die Frage ist nicht entschieden.

Wie Pompeji wiedergefunden wurde

Ganz vergessen war die Stadt nie, wohl aber ihr Ort. Die Grabungen begannen unter den Bourbonen-Königen von Neapel: in Herculaneum 1738, in Pompeji 1748; erst 1763 bestätigte eine Inschrift, dass es Pompeji war. Seither sind etwa zwei Drittel der Stadt ausgegraben. In den 1860er-Jahren führte Giuseppe Fiorelli systematische Grabungen und die Gipsabgüsse der Opfer ein. Gegraben wird bis heute.

Ist der Vesuv noch aktiv?

Ja. Seit 79 n. Chr. ist er viele Male ausgebrochen, am heftigsten 1631, zuletzt 1944. Er gehört zu den am genauesten überwachten Vulkanen der Welt; das Observatorium an seinem Hang, 1841 gegründet, war das erste seiner Art. Bis zum Kraterrand kann man zu Fuß gehen – mit etwas Planung am selben Tag wie Pompeji.

Aktualisiert 2026-10-27